
Die ersten Ergebnisse der Finanzkommission wurden veröffentlicht. Unter den insgesamt 66 identifizierten Einsparpotenzialen sind auch die Heilmittelerbringer betroffen. Vorgesehen ist unter anderem ein einjähriges Preismoratorium für alle Heilmittelerbringer. Darüber hinaus soll ein möglicher Nachholeffekt nach Ablauf des Moratoriums verhindert werden, indem Vergütungs- bzw. Preisniveaus künftig ausschließlich über prozentuale Anpassungen verhandelt und festgelegt werden. Zusätzlich ist geplant, die jährliche Vergütungsentwicklung wieder an die Grundlohnsumme zu koppeln.
Der Verband Deutscher Podologen (VDP) bewertet diese Maßnahmen kritisch.
Insbesondere das geplante Preismoratorium stellt für podologische Praxen eine erhebliche wirtschaftliche Belastung dar. Angesichts der weiterhin hohen Inflation sowie steigender Kosten für Praxisbedarf, Energie und Personal ist bereits jetzt ein deutlicher wirtschaftlicher Druck auf die Betriebe festzustellen. Eine Aussetzung von Preissteigerungen über einen Zeitraum von einem Jahr verschärft diese Situation zusätzlich und gefährdet mittelfristig die wirtschaftliche Stabilität vieler Praxen.
Zudem ist die vorgesehene ausschließliche Orientierung an prozentualen Anpassungen sowie die erneute Bindung an die Grundlohnsumme aus Sicht des VDP nicht geeignet, die tatsächliche Kostenentwicklung in podologischen Praxen realitätsgerecht abzubilden. Die spezifischen Kostenstrukturen im Bereich der Podologie – insbesondere im Hinblick auf Material, Hygieneanforderungen und qualifiziertes Fachpersonal – werden dadurch nicht ausreichend berücksichtigt.
Kritisch sieht der VDP darüber hinaus, dass im vorliegenden Entwurf die präventive Bedeutung der Podologie im Gesundheitssystem nicht angemessen berücksichtigt wird. Insbesondere bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus leistet die podologische Therapie einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung schwerwiegender Folgeerkrankungen wie dem diabetischen Fußsyndrom. Durch frühzeitige und kontinuierliche podologische Behandlung können Komplikationen reduziert und kostenintensive Folgebehandlungen bis hin zu Amputationen vermieden werden. Die Podologie trägt somit maßgeblich zur Entlastung des Gesundheitssystems bei.
Vor diesem Hintergrund fordert der VDP eine differenzierte Betrachtung der Heilmittelerbringer sowie eine stärkere Berücksichtigung der präventiven Leistungen der Podologie in zukünftigen gesundheitspolitischen Entscheidungen.
Der Verband Deutscher Podologen wird den Dialog mit dem Bundesministerium für Gesundheit suchen, um die Position der Podologie in den weiteren politischen Entscheidungsprozessen einzubringen. Über die weiteren Entwicklungen werden wir Sie fortlaufend informieren.
Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie frohe Ostern
Der Bundesvorstand


